Vorbereitungen: stressig!
Stupsi will weder vormittags noch über Mittag schlafen. Dann hat sie mitten in einer Stillmahlzeit keinen Bock mehr, weil erstmal die Windel gewechselt werden soll. Auch die zweite Hälfte verläuft dann mit viel Geschrei. War ja klar: Wenn Mama ein schlafendes Kind braucht, ist es garantiert wach!
Außerdem klebt der Küchenboden, weil ich wohl doch etwas zu viel Putzmittel erwischt habe. Zeit zum Nachwischen? Keine Spur. Wenigstens sind dem Fliegenfänger einige der Nervensägen sprichwörtlich auf den Leim gegangen. Wo auch immer die kleinen Plagegeister gebrütet haben, wir haben es noch nicht geschafft, sie auszurotten. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Wer will jetzt meine Kopfschmerzen haben? Ich hab keine Lust, ich will ins Bett. Am liebsten ohne Kind. LaLeLu? Singen auch ohne mich.
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Urlaub
Stellt euch vor, ihr habt euren kleinen Bruder zu Besuch in Hamburg. Er wird bald 18, ist also eigentlich alt genug, um ihm den Kiez zeigen zu können. Dank Schlagermove, der 100-Jahr-Feier der S-Bahn und diesem klitzekleinen Konzert namens… äh… Live Earth droht Hamburgs rote Meile allerdings dermaßen voll zu werden, dass ich spontan keine Lust habe. Achja, “Malle für alle” in der Fischauktionshalle hätte ich fast vergesen zu erwähnen. Jedefalls sind wir alle relativ früh ins Bett gegangen, um um 4 Uhr aufstehen und zum Fischmarkt fahren zu können.
Zuletzt war ich 1999 dort, als René und ich zu meinem Abitur eine Dreitagesreise nach Hamburg inklusive “Phantom der Oper” gemacht haben. Meine Erinnerung gibt zwar noch her, dass es sich durchaus lohnt, aber seit ich in Hamburg wohne bin ich samstags noch nie lange genug auf gewesen, um vom Kiez zum Fischmarkt und dann ab nach Hause zu gehen.
Die U-Bahn-Stationen und Bahnen selbst erinnern durchaus noch daran, dass gestern jede Menge schrill gekleideter Gestalten mit bunten Perücken und Kunstrasen an den Schlaghosen zu den Klängen sogenannter Musik gefeiert haben, doch auf dem Weg begegnen uns nur wenige Exemplare. Die allerletzten Vertreter dieser Spezies sorgen wenig später auf dem Fischmarkt selbst jedoch für deutliche Erheiterung.
Passend zum Regen gestern zeigt sich das Hamburger Wetter heute von seiner besten Seite und präsentiert meinem kleinen Bruder Sonnenschein und fröhliche Gesichter.

Torben und ich vor dem Dock 11.
Laut Olaf ging es bei dem Bild eh nur um den Hintergrund.

Olaf, meiner einer und Torben
Für jede Menge Erheiterung sorgt der “Holländische Blumenkönig”, der heute seinen LKW räumen will. In den nächsten zwei Wochen hat er nämlich Urlaub (er macht eine Butterfahrt nach Holland) und so muss alles raus. Die “Holländische Klötenpalme” findet immer wieder für 10 Euro einen Besitzer und wir sind erstaunt (und kurz darauf immer wieder höchst amüsiert), wie oft er “die Letzte!” verkauft. Auch die Umzugskartons, in denen für 30 Euro mindestens zwei große Palmen und locker fünf bis acht weitere Pflanzen landen, finden immer wieder Absatz. Ich ergattere für fünf Euro einen grün-weißen Ficus und eine Lemon-Lime Palme. Zwischndurch schallt immer wieder die Frage über den Platz: “Wer hat kein Geld?” und diejenigen, die sich melden, werden mit Blumen beworfen. Olaf schnappt sich eine gelbe Minirose, die vor dem Wagen verteilt wird und Torben wird beinahe von einem Ficus Benjamini erschlagen, der auf ihn zufliegt und jetzt auf meiner Fensterbank steht. Eine ältere Dame kauft Blumen und bekommt dazu 5 Euro fürs Taxi geschenkt. Die Bonsaibäumchen finden ebenfalls für 10 Euro neue Besitzer, aber die, die nicht sofort verkauft werden, sind nicht besonders hübsch und bei den richtig schönen bin ich zu langsam. Egal. Ein paar Kunden scheinen den Blumenkönig zu nerven und er verkündet: “Fünf Euro wenn ihr abhaut!” Es sieht zwar aus wie ein Scherz, aber er gibt den Zuschauern tatsächlich fünf Euro. Da er gerade noch zwei weitere Scheine in der Hand hat, verteilt er diese sofort noch mit und ein etwa 12jähriges Mädchen nimmt mit leuchtenden Augen den Fünfer entgegen.
(Das hier ist der Link zu einem Blumenkönigvideo. Ca. 13MB Quicktime. Am besten über Rechtsklick -> Ziel speichern unter… auf eurem Rechner speichern und dann angucken. Oder ihr geht hin, wenn er von seiner Butterfahrt wieder da ist. Es lohnt sich!)
Falls ihr euch jetzt wundert, wieso ich so ausführlich vom Blumenkönig berichten kann: Wir haben uns das Spektakel über eine Stunde lang angesehen und immer wieder Tränen gelacht. “Fass mal diesen Blatt hier an. Schön weich, oder? Den wird in Holland als Slipeinlage verwendet!” Der zweite Mann auf dem Wagen – Ali, das angenommene Kind vom Blumenkönig – versucht auch immer wieder, die Pflanzen an den Mann zu bringen. Im Gegensatz zum Chef ist er aber nicht halb so laut. Dafür läuft man bei ihm auch nicht Gefahr, einen Klaps auf die Mütze zu bekommen, wenn man eines der Sonderangebote abstaubt. Irgendwann zwischendurch verkauft er ein Paprikabäumchen für 5 Euro, das ich mir nicht mehr aus dem Kopf schlagen kann. Eine halbe Stunde später hat er endlich wieder eines in der Hand und mein Warten macht sich bezahlt: Jetzt bekomme ich zwei Paprikabäumchen für einen Fünfer. Damit sind wir völlig zufrieden und treten den Rückzug an.

Auf dem Weg zu den Landungsbrücken erhasche ich plötzlich einen Blick auf einen Obststand, an dem gleich drei Marktschreier Körbe voller Obst raushauen. Hier fliegen auch endlich – wie ich es Olaf angekündigt hatte – Bananen in die Menge.

Der Bananennachschub
Neben einfachen geflochtenen Korbtaschen gibt es diese Autokörbe mit Alugestänge, auf die ich schon länger scharf bin. Folglich versuche ich zu beobachten, für welchen Preis diese den Besitzer wechseln.

Minuten später stehen Torben und ich vor dem Stand und analysieren, von welchem der Verkäufer wir die beste Obstkollektion für unser Geld bekommen. Der Herr des Hauses gewinnt unsere Sympathie und wir schleppen schließlich einen Korb mit Obst zur Treppe. Vier Ananas, eine Wassermelone, ein Kilo Kirschen, ein Pfund Johannisbeeren, zwei Kilo Pflaumen, ein Pfund blaue Trauben, ein Netz Orangen, drei Bananen und zwei Päckchen getrocknete Feigen gehören samt einer geflochtenen Korbtasche (der Autokorb kostet 8 Euro extra) für zehn Euro uns. Jetzt droht uns nur noch der Rückweg.

Bis zur U-Bahn-Station Landungsbrücken lassen sich die Schätze wohl schleppen, aber nach der U-Bahn-Fahrt kommt uns unverhofft ein in die Büsche geschobener Einkaufswagen zur Hilfe.

Um Viertel nach zehn fallen wir drei wieder in die Betten um erst zum Spaghettifrühstück um halb drei wieder aufzustehen.
PS: Wie schlachtet man Ananas eigentlich fachgerecht?
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Urlaub
Moin moin aus Bamberg.
Ich hab mir heute den ultimativen Luxus gegönnt und mich geschlagene drei Stunden lang beim Frisör betüdeln lassen. Beratung, Strähnchen, Farbe, Cappu trinken, Illustrierte lesen, Haare waschen lassen (mit Kopfmassage natürlich), schneiden, fönen.
Nebenbei hab ich noch was über Billigshampoos aus der Drogerie gelernt: die machen die Haare deswegen so schön weich, weil sie Silikon enthalten, das die Schuppenschicht verklebt. Na super, das ist totaler Unsinn für die Haare. Ab sofort werde ich also darauf achten, dass ich silikonfreies Shampoo erwische, auch wenn man es in der Drogerie leider nicht bekommt.
Was hat der Firsör nun mit mir angestellt? Strähnchen blondiert, den Rest der Haare mit einem blauhaltigen Farbton getönt, um das rot zu neutralisieren und dann noch Spitzen geschnitten und die Haare durchgestuft. Ist schick geworden! Wie ich die Frisur schick fönen kann, hat mir Romina auch gezeigt, so dass ich jetzt zu Hause üben kann.
Eigentlich hätte ich ja gerne wieder meinen Naturton gehabt. Das wurde mir ausgeredet, weil die roten Farbpartikel sehr haltbar sind und die Haare beim blondieren orange oder gelb geworden wären. Will ich das? Nein! Folglich wurde noch schnell eine kleine Typberatung vorgenommen, die mir erklärte, ich sei farblich ein eher kühler Typ und eigentlich würde rot gar nicht so recht zu mir passen. Ob meine Ex-Kollegin recht hatte mit der Aussage, ich sei der “Frühlingstyp”? Meine echte Haarfarbe heißt übrigens – festhalten! – hellblond!!! Yeah, ich habe heute erfahren, dass ich ne Blondine bin. und ich hör euch schon sagen: “Ach deswegen!”
[Bilder waren hier mal...]
Und nu? Rock Bamberg!
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Urlaub
…zwei Gutscheine für die Reisemesse schenken?
Glaubt mir, wenn man das ungefähr 1000 Mal gesagt hat, ist man völlig matschig in der Birne. Der Hintergrund: ich darf heute eine Runde jobben und als Promoter für die Reisemesse vom 08.-12.02.2006 in Hamburg werben. In den Prospekten sind je zwei Gutscheine für vergünstigten Eintritt und die werde auf Deubel komm raus an den Mann und an die Frau gebracht.
Memo an mich: nach 10 Stunden stehen kann es durchaus vorkommen, dass einem die Beine weh tun. Und der Nakcen! Egal, nächstes Mal kann ich hinterher in die Wanne!
Die besten Antworten derjenigen, die die Prospekte NICHT haben wollten:
- Wir reisen nicht
- Hab ich kein Geld für
- Danke, ich rauche nicht
- Hab ich schon (*gähn* müde Ausrede am ersten Promotiontag)
- Wir haben eine Wohnung / ein Haus auf Mallorca (und zwar immer nur auf Malle!!!)
- Schmeißen Sie Ihren Scheiß doch weg (das war der “freundlichste” Passant des Tages)
- Reisen ist was für Weicheier (da haben wir gut gelacht)
Montag gönne ich mir diesen ultimativen Wahnsinn noch mal, ich bin schon sehr gespannt, was die genervten Berufspendler da so zu sagen haben werden.
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